<i>Liebe Autorin,
schön, dass Sie sich am 9. Wettbewerb der
Bibliothek deutschsprachiger Gedichte beteiligt haben. Dafür danken wir Ihnen. [...]
Es geht Ihnen um eine Darstellung von Vorgängen aus dem sozialen Bereich. Um sich ein Urteil über Ihre Arbeit bilden zu können, hat sich die Jury umfassend mit den wichtigsten Aspekten (Originalität, Sprache, Inhalt und Bildhaftigkeit) Ihres Gedichtes <b>
Bestandsaufnahme 2006</b> beschäftigt.
Der von Ihnen eingesandte Text bietet auf sehr einfallsreiche Art und Weise eine Sprachschöpfung, die auffällt. Inhaltlich haben Sie eine sehr überzeugende Aussage zuwege gebracht. In punkto Bildhaftigkeit kann man Ihr bemerkenswert großes Sprachgefühl wahrnehmen. Eine Wortwahl wie "Ein aufgesetztes Lächeln ersetzt Ein freundliches Wort" bietet dazu ein prägnantes Beispiel.
Durch die gekonnte Verwendung von Anaphern und Enjambements zeichnen Sie ein kritisches Bild der Gesellschaft. Alle diese Punkte zeigen ein beeindruckendes lyrisches Einfühlungsvermögen. Hinsichtlich Ihrer dichterischen Zukunft möchten wir Ihnen ausdrücklich Mut machen, weiterhin diesen Weg zu verfolgen - dass Sie Ihr "poetisches Handwerk" bereits beherrschen, ist offensichtlich. Dass Sie in allen von uns untersuchten Kategorien das gleiche gute Ergebnis erzielt haben, bestätigt uns in diesem Rat.
Ich darf Ihnen mitteilen,
dass ich Ihr Gedicht zur Entscheidung über die Aufnahme in die nächste Anthologie-Buchausgabe an das Lektorat der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte weitergeleitet habe. [...]
Mit den besten Wünschen [...],
K. Zipproth (Jury Bibliothek dt. Gedichte)</i>
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Ja, okay, Selbstbeweihräucherung stinkt, aber ich freu mich grad halb tot